Baumrettung nach Astausbruch

Obstbäume werden idealerweise nach den drei Grundsätzen Stabilität – Vitalität und Nutzbarkeit geschnitten.

Bei alten, oft lange nicht oder noch nie nach diesem Konzept geschnittenen Bäumen, kann die Fruchtlast nicht mehr getragen werden. Über den großen Hebel (Früchte sind weit außen) kommt es zu Ausbrüchen von ganzen Hauptästen. Wie auch bei diesem Baum geschehen.

Würde man so eine massive Wunde direkt am Stamm unbehandelt lassen, bricht der Baum innerhalb relativ kurzer Zeit vollständig zusammen. Die Statik ist stark eingeschränkt und Fäule kann gut arbeiten. Durch den Verlust des Kambiums kann der Baum die Krone nicht mehr vollständig versorgen und Kronenteile sterben ab.

Es entsteht eine Abwärtsspirale. Wir möchten Altbäume schon allein wegen ihrem hohen Wert für die Artenvielfalt solange wie möglich erhalten.

Was kann man tun?

Bricht ein Ast dieser Größe aus ist es sehr wichtig möglichst sofort zu reagieren und die Wunde so gut es geht wieder zu schließen. Im äußeren Bereich wurde Last herausgenommen und der Hauptast mit Hilfe von Spanngurten und Seilzug wieder so gut es ging an den Stamm gebracht. Die größeren Risse wurde mit handelsüblichen Lehmputz verstrichen und mit Juteband umwickelt.

Das Kambium sollte wieder an möglichst vielen Stellen Kontakt bekommen und vor Austrocknung bewahrt werden. In diesem Jahr wurden die Spanngurte größtenteils entfernt und der Ast mit langen Holzschrauben und Gewindestangen fixiert. Das ist für den Baum kein Problem.

Jetzt hat er eine erheblich größere, weitere Lebenserwartung, kann Früchte ausbilden und bietet Lebensraum für Vögel, Insekten und Kleinsäuger.

Baumrettung

Solche Ausbrüche dürften viele aus eigener Erfahrung kennen. Wer genauere Infos zur Behandlung solcher Schäden haben möchte, kann mich gerne ansprechen.